Ringvorlesung im SoSe 1999: NATO-Krieg gegen Jugoslawien

Zum Thema "Semantischer Krieg" spricht Clemens Knobloch, Sprachwissenschaftler aus dem Fachbereich 3.

"Dieser Krieg versteht sich in unserer Politik und in unseren Medien als Melodrama. [...] Er ist wie die, die ihn führen lassen: nicht rational, aber 'authentisch'. Seine Moral beweist sich gerade darin, daß er wider die Vernunft geführt wird. Er ist vielleicht in seinem Meta-Text sogar selbst ein Krieg der Moral gegen die Vernunft.

Wir werden über alles Maß hinaus blind gegenüber dem Leiden der serbischen Bevölkerung, übrigens ein eklatanter Unterschied zwischen der deutschen Berichterstattung und der in benachbarten Ländern, weil es das melodramatische Erzählen stören würde. Das erste Opfer des Krieges, betonen unsere Medien, ist immer die Wahrheit. Das ist schon tausendmal gelogen. Wenn es in den Zeiten des Nicht-Krieges die Wahrheit gäbe, dürfte es zu keinem Krieg kommen. Oder irgendwas müßte mit der Wahrheit nicht stimmen. Die ersten und einzigen Opfer eines jeden Krieges sind immer die Menschen."
(Interview mit Georg Seeßlen; in: konkret Heft 5/99, S. 3.)

Welche Informationshäppchen werden von den Medien über den Krieg im Kosovo vermittelt, wie wurden und werden Serbien und Milosevic zum Inbegriff des Bösen stilisiert?

Welche Begriffe tauchen immer wieder auf, wie kommt der öffentliche Konsens zustande, die NATO trete für die Menschenrechte ein?

An den Vortrag soll sich eine Diskussion anschließen.

Die Veranstaltung findet statt am Dienstag, 11. Mai 1999, um 14 Uhr im Bibliothekskonferenzraum.

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