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Nr. 3 · 9. Dezember 1998

Inhalt

Ein Motivationstief...: Dem neuen AStA geht die Puste aus
Ein Sozialtief...: Der AStA-Sozialreferent hatte nie Puste auf seinem Gebiet
Tief getackert: Der AStA heftet Propaganda an fremde Flugblätter
Tief blicken: Der neue Haushaltsplan hat Verspätung, wir bitten um Verständnis
Hoch soll sie leben: 10 Jahre DLL!

Ein Motivationstief

scheint der "Neue AStA" gerade zu durchleben. Im Protokoll der AStA-Ratssitzung vom 10. November kündigt der Häuptling Sancho Kleine (RCDS) "einen Motivationsworkshop an, an dem alle AStA-Referenten [sic] verpflichtet sind [sic] teilzunehmen." Auch wenn Sancho wenige Absätze weiter oben die Feststellung zugeschrieben wird, der gegenwärtige AStA leiste gute Arbeit, jedenfalls bessere als der alte, scheint es auf der Brücke zu kriseln. Kein Wunder:

StuPa-Stunk

gab's nämlich. So wollte die DLL auf der Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) einen Tag zuvor gerne Näheres zum Sozial-Info des AStA wissen, welches vor Fehlern nur so strotzt. Die Herrschaften konnten mit dieser Anfrage aber überhaupt nichts anfangen, schließlich sei das Sozialreferat nicht mehr anwesend. Ines, einzige AStA-Frau, indes als Sozialreferentin zuständig an diesem Abend, war schon gegangen, und Herr Keune gar nichterst erschienen. Obwohl der Tagesordnungspunkt "Soziales" erstens dringend einer Debatte im StuPa bedurft hätte (s. auch unten) und zweitens schon Wochen vorher angekündigt war. Das AStA-Ratsprotokoll dazu ausführlich: "Ines Bellach hat erst am gleichen Tag von der StuPa-Sitzung erfahren." Wer ist für diesen Informationsfluss im AStA wohl zuständig? Neue Kultur des Dialogs nennt man das wohl auf Neudeutsch.

Und weiter: "Sozialreferent Andreas Keune ist einziger Ansprechpartner für das Sozial-Info, da er es erstellt hat. Andreas konnte an der StuPa-Sitzung nicht  teilnehmen, da er keinen Babysitter für den Abend finden konnte." Naja.

Und der Rest-AStA erklärte, dazu nun gar nichts sagen zu können, man sei schließlich nicht informiert gewesen. Neue Kultur...? „Andreas Keune erklärt auf der darauffolgenden AStA-Ratssitzung, daß von seinen beiden Vorgängern im Sozialreferat (Christian Bald und Anja Werner) nach der Übernahme des AStA nur Christian Bald ausreichend für Fragen zur Verfügung gestanden hätte. Jetzt sei es Anja Werner, die wegen fachlicher Schwächen gegen ihn Stimmung mache. - Die fachlichen Schwächen sollen sich hier offenbar auf Andreas beziehen. Der Junge gibt merkwürdige Erklärungen ab.

Wie wenig Interesse Andreas an einer inhaltlichen Einarbeitung hatte, läßt sich dem Protokoll zur Übergabe des Sozialreferats an den neuen AStA entnehmen. Da heißt es, am 29. April diesen Jahres von Herrn Keune gegengezeichnet: „Da eine inhaltliche Einarbeitung zu allen Themen nicht gewünscht war, beschränkte sich die Einarbeitung auf den Bereich Organisatorisches.

Im Protokoll der 20. AStA-Ratssitzung, das bei Redaktionsschluss noch nicht vorlag (komisch, irgendwie liegt kein AStA-Papier dann vor, wenn es da sein sollte!), soll jedenfalls eine Entschuldigung des Sozialreferenten zu seinen oben zitierten Behauptungen zu finden sein.

Weiteren Stunk gab's auch. Falk Al-Omary kritisierte seine KollegInnen und „mahnt ein homogenes Auftreten aller AStA-tragenden Fraktionen an und fordert alle Referenten auf, sich hinter jeden anderen Referenten zu stellen.“ Das gibt eine hübsche lange Schlange! „Konflikte sollten nicht öffentlich ausgetragen werden.“ Aha. Wer AStA-Ratssitzungen mit Koalitionsgesprächen verwechselt, kann auch schlecht verstehen, was er da oben eigentlich machen müsste. Vordringlich scheinen ganz andere Probleme zu sein: „Sancho Kleine weist auf den Hinweis aus einer E-Mail hin, dass bei der Mitfahrkartei im Mensafoyer noch eine alte Deutschlandkarte mit eingezeichneter DDR hänge. Er bittet alle Referenten, sich nach einer neuen kostenlosen Landkarte umzusehen.“ Vielleicht richtet’s ja der Motivationsworkshop; dort könnte man als Beschäftigungstherapie ja Landkarten zeichnen, weil die Zeit für alle notwendigen Nachhilfemaßnahmen ohnehin nicht ausreicht.

Ein Sozialtief

schwebt seit längerem über dem neuen AStA. Weil die Tiefs demnächst Männernamen, die Hochs Frauennamen erhalten, haben die MeteorologInnen der DLL das Sozialtief auf den Namen Andreas getauft. In einem sogenannten „Sozial-Info“ sind dem AStA diverse Lapsi unterlaufen. Wobei die Auswirkung eines gravierenden Lapsus’ auf eineN Studi die sein kann, dass er/sie seinen/ihren Förderungsanspruch beim BAföG verliert. Redakteur, Aquisiteur (sic), Setzer und Layouter in Personalunion war Andreas Keune selbst, und dass das offenbar eine Überlastung dargestellt hat, merkt man dem Machwerk an.

In der Broschüre wird etwa empfohlen, Wohngeld zu beantragen; die vorgestellten notwendigen Voraussetzungen suggerieren aber eine Scheinsicherheit, die es nicht gibt. Niemand erhält etwa als Studi Wohngeld, weil sie/er die Scheine nicht komplett hat. Die Fehlerliste setzt sich über Falschinformationen bezüglich der Sozialhilfegewährung und diverse andere Ungenauigkeiten fort. Niemand sollte sich auch darauf verlassen, mit einer vom AStA beglaubigten Kopie irgendwas reißen zu können.

Uns bleibt an dieser Stelle nur, davor zu warnen, sich bei wichtigen Dingen auf Auskünfte des AStA zu verlassen. Informationen aus dessen Sozialreferat sollten immer mit anderen Stellen abgeglichen werden, um finanzielle Nachteile zu vermeiden. Auskunft erteilen beispielsweise die Fachschaftsräte, mit Einschränkungen ist auch die BAföG-Beratung des Studiwerks zu empfehlen.

Tief getackert

haben die AStA-Referenten für Heft- und Klammerwesen als sie beschlossen, eine weitere Seite an ein Flugblatt der sekundär-Redaktion und des Fachschaftsrat 1(2) - 4 zu heften. Die allseits namentlich bekannten Herren, darunter der Vorsitzende, waren mit dem Inhalt der Flugschrift offensichtlich nicht einverstanden, da er einen Artikel des AStA-Publikationsorgans AStArix kritisch beleuchtete. Dieses Verhalten ist schlechter politischer Stil. Jeder Gruppe, auch den politischen Hochschulgruppen und dem AStA bleibt es unbenommen, ein Flugblatt zu schreiben und es in der Mensa zu verteilen. Es gehört sich aber nicht, andere Flugblätter einzusammeln oder zu beschmieren oder aber wie in diesem Fall geschehen, zu beschädigen. Deshalb hat sich auch der Fachschaftrat 1(2)-4 ein solches Verhalten für die Zukunft verbeten. Fachschaftsmitglied Markus Grebe zur Schmuki-Redaktion: "Wenn der Neue AStA schon nichts Besseres zu tun hat oder nichts Besseres tun will, als sich auf diese alberne Weise zu betätigen, soll er wenigstens Fachschaftsräte und Gruppen, die wirklich arbeiten, in Ruhe lassen."

Tief blicken

lässt auch der Entwurf des neuen Haushalts der Studierendenschaft. Immerhin ist der "Neue AStA" damit ins Rennen gegangen, eine Vielfalt studentischer Initiativen zu ermöglichen, indem ein Projektmitteltopf eingerichtet wird, über den einzelne studentische Projekte gefördert werden können. Doch was ist passiert? Erst auf der vorletzten Sitzung des Haushaltsauschusses war es den AStA-tragenden Listen möglich ein Konzept vorzustellen, dass vom Studierendenparlament akzeptiert werden konnte. Diese Verzögerung war vom AStA durchaus gewollt: Ging es ihm doch allein darum, Initiativen, die tatsächlich im Sinne der Studierendenschaft kontinuierlich arbeiteten über die Streichung von Mitteln in ihrer Arbeit zu behindern bzw. diese unmöglich zu machen. Ein wirkliches Interesse, neuen Initiativen die Möglichkeit zu bieten, weitere Arbeitsfelder zu erschließen, bestand nie. Wie sonst ließe sich erklären, dass das von den Haushaltsexperten des AStA eingerichtete Projektmittelkonto zwar schon seit dem Sommer besteht, aber noch keine müde Mark davon ausgegeben wurde.

Immerhin hat es der Finanzreferent des AStA mittlerweile geschafft, die längst überfälligen, wenn auch fehlerhaften Quartalsabschlüsse und den Hauhaltsentwurf für das kommende Jahr abzuliefern. Dieser Entwurf sieht unter anderem vor, nahezu allen Autonomen Referat und studentischen Initiativen von der Mittelvergabe auszunehmen. Prosit Neujahr!

Hoch soll sie leben!

Mindestens drei Mal und zwar im nächsten Jahr. Die DLL feiert nämlich dann ihr zehnjähriges Bestehen. Als parteiunabhängige Liste gehört sie damit zu den am längsten tätigen politischen Hochschulgruppen der Siegener Gesamthochschule. Sie war in der Vergangenheit mehrfach im AStA und arbeitet bis heute in Fachschaftsräten, Autonomen Referaten und studentischen Initiativen mit. Wir bekenen uns zu den vier Säulen der verfassten Studierendenschaft: Satzungshoheit, Finanzautonomie, politisches Mandat und imperatives Mandat sind für eine wirksame studentische Interessenvertretung unverzichtbar. Dazu gehört auch die Unabhängigkeit der Autonomen Referate. Nur so kann eine sachgerechte studierendennahe Politik gewährleistet werden.

Da Politik unteilbar ist, war es uns immer ein Anliegen über die Hochschule hinaus, Politik zu gestalten. Resultat dieser Arbeit sind viele Ordner, die mittlerweile ganze Regalwände füllen.

Wie die Feierlichkeiten im nächsten Jahr genauer aussehen, steht noch nicht fest. Fest steht aber, dass alle auf ihre Kosten kommen werden. Alle die jetzt schon mit uns feiern wollen, sind herzlich zu unserer Wahlparty eingeladen, die, anläßlich der StuPa-Wahlen, am 22. Januar im Café Chaos stattfinden wird. Ob wir dann Grund zum Feiern haben, entscheidet Ihr.

VerweisÜbersicht Schmuki 4


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